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Praxis und Abteilung für Urologie
Klinik am Ring
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PSA-Test

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PCA3 - Neuer Test bei Prostatakrebs

Wann macht der PCA3-Urintest Sinn?

 

PSA-Test

Die einzige Möglichkeit der Früherkennung

Neben der Tastuntersuchung und der Ultraschalluntersuchung ist zur Früherkennung des Prostatakarzinomes seit etwa 15 Jahren der PSA-Test verfügbar. Erfreulicherweise kann seit Einführung des PSA-Tests ein Prostatakrebs durchschnittlich 5 Jahre früher erkannt werden als durch die Untersuchung oder den Ultraschall. Dies hat dazu geführt, dass heute viel häufiger Tumoren in frühen Stadien entdeckt werden können und daher auch häufiger durch geeignete Massnahmen geheilt werden.

Der Bluttest weist die Konzentration des sogenannten Prostata-Spezifischen Antigens nach. Dieses Eiweiss wird nur von Prostatazellen gebildet und dient zur Verflüssigung des Spermas.

Der Wert kann bei verschiedenen Veränderungen der Prostata erhöht sein.
Hierzu gehören insbesondere:

- Samenerguss
- Fahrradfahren
- Entzündungen der Prostata
- Untersuchung des Enddarmes
- Blasenspiegelungen

und leider auch der

- Prostatakrebs

Vor jeder Untersuchung des PSA-Wertes im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung sollte also ausgeschlossen werden, dass die erstgenannten "Störfaktoren" den Wert beeinflusst haben. Sie sollten vor einer PSA-Untersuchung idealerweise mindestens 2-3 Tage auf die genannten "Aktivitäten" verzichten.
Ist der Wert trotz Ausschluss der genannten Möglichkeiten erhöht (bei älteren Patienten über 4 ng/ml - bei jüngeren Männern auch bereits unter 4 ng/ml) oder steigt in einem Jahr mehr als 0,5 ng/ml gegenüber dem Wert des Vorjahres an, müssen dringend weitere Untersuchungen zum Ausschluss oder Nachweis eines Prostatakarzinoms erfolgen. Erfahren Sie mehr im Live-Interview „Vorsorge gegen Prostatakrebs“ von Dr. Neubauer im Studio des WDR.

Auch nach einer Prostatakrebstherapie eignet sich der PSA-Test am Besten zur so genannten Nachsorge. Auch Tumorzellen, die sich als Metastasen außerhalb der Prostata im Körper abgesiedelt haben produzieren PSA, so dass durch den Test oft wesentlich früher das Wiederauftreten der Erkrankung erkannt werden kann, als durch andere Untersuchungen.
 

PCA3-Gen-Test

Der Progensa-PCA3-Test ist eine in den USA entwickelte molekulargenetische Untersuchung des Urins. PCA3 ist ein Gen, das ausschließlich in Prostatagewebe exprimiert und in den Urin abgegeben wird. Wenn Prostatazellen entarten, ist das Gen besonders aktiv und Prostatakarzinom-Zellen bilden dabei 60-100fach mehr PCA3 als normales Prostatagewebe.

Während das Verfahren technisch sehr aufwendig ist, ist die Durchführung vergleichsweise einfach: Nach einer Prostatamassage im Rahmen der Tastuntersuchung lässt der Patient Wasser. Durch die vorangegangene Massage werden Prostatazellen mit den Urin ausgeschieden. Die Urinprobe wird dann zur Bestimmung des PCA3-Wertes in ein Spezial-Labor geschickt. Im Labor wird eine so genannte Transcription Mediated Amplification (TMA) durchgeführt. Innerhalb von 15 bis 30 Minuten wird die RNA in einer Urinprobe milliardenfach vervielfältigt. Zwei speziell auf die PCA3-Messenger-RNA zugeschnittene Enzyme weisen anschließend nach, wie hoch die Konzentration des PCA3 ist. Ab einem Punktwert von 35 liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent, dass im Rahmen einer Biopsie ein Prostatakarzinom gefunden wird. Ab einem Wert von 100 liegt die Trefferquote bei ca. 70 Prozent.

Aktuelle Studien konnten zeigen, dass bei erhöhten PCA3-Werten eine Prostatabiopsie häufiger positiv ausfällt, d. h. Krebszellen in der Prostata vorhanden sind. Ein niedriger PCA3-Wert deutet dagegen auf eine geringere Wahrscheinlichkeit einer positiven Biopsie hin. Der Urintest unterscheidet damit genauer als das PSA im Blut zwischen Prostatakrebs und gutartigen Prostataerkrankungen, wie z. B. einer gutartigen Prostatavergrößerung oder einer Prostatitis (Entzündung der Prostata).

Geeignete Kandidaten für den neuen Urintest sind vor allem Patienten, bei denen nach negativer Biopsie weiterhin der PSA-Wert erhöht ist und der Verdacht auf Prostatakrebs bestehen bleibt. Allerdings kann ein negatives Testergebnis das Vorliegen eines Prostatakarzinoms nicht vollständig ausschließen. Der PCA3-Test ist daher kein Ersatz für die Biopsie, sondern nur eine zusätzliche Ergänzung des diagnostischen Spektrums. Auch bei Patienten mit einer großen Prostata kann es Sinn machen, den PCA3-Test einzusetzen, da sich hier oft erhöhte PSA-Werte ergeben, ohne dass ein Prostatakarzinom vorliegt.

Der Wert ist außerdem umso höher, je aggressiver der Prostatakrebs ist. Damit könnte man  zukünftig vorhersagen, ob ein Prostatatumor behandelt werden muss, oder vorerst unter Beobachtung bleiben kann. Die Untersuchung kostet zwischen 300 und 350 Euro, und wird derzeit nur von den privaten Krankenversicherungen übernommen.