Praxis und Abteilung für Urologie
Klinik am Ring
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Neuer Biomarker p2PSA erhöht die Trefferquote bei Prostatakrebs |
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There are no translations available. Neben dem PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs ist nun ein neues Testverfahren auf dem Markt, der p2PSA-Test mit dem phi-Index.
Neben dem PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs ist nun ein neues Testverfahren auf dem Markt, der p2PSA-Test mit dem phi-Index. Der neue Marker erhöht die Treffsicherheit bei der Früherkennung von Prostatakarzinomen um das 2,5-fache. Unnötige Biopsien können dadurch vermieden werden.
Das prostataspezifische Antigen (PSA) hat mit seiner routinemäßigen Einführung Anfang der 80er Jahre die Früherkennung revolutioniert. In Kombination mit Tast- und Ultraschalluntersuchung der Prostata konnte die Sterblichkeit in den letzten 20 Jahren um 30 Prozent verringert werden. Obwohl das Testverfahren heute einen festen Platz in der Früherkennung des Prostatakarzinoms beim Mann hat, weist das PSA angesichts seiner geringen Spezifität auch Schwachstellen auf: „Das PSA ist ein weitgehend organ- und kein tumorspezifischer Marker. Hohe PSA-Werte sind daher nicht automatisch auf ein Prostatakarzinom zurückzuführen“, erklärt Dr. Stephan Neubauer, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum. Neben dem Tumor kann die PSA-Konzentration im Serum durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden. „So können körperliche Anstrengung wie Radfahren, eine Entzündung von Prostata oder Blase sowie Geschlechtsverkehr das PSA im Blut kurzfristig steigen lassen“, betont der Kölner Urologe. Aber auch umgekehrt können Patienten, deren PSA unter dem Grenzwert von 4 ng/ml liegt ein Prostatakarzinom aufweisen. Dazu zählen häufig auch die schnell wachsenden und aggressiven Tumore.
Unnötige Biopsien vermeiden Mit dem so genannten p2PSA-Test mit dem phi-Index ist nun ein neues Testverfahren auf dem Markt, welches die Treffsicherheit bei der Früherkennung von Prostatakarzinomen deutlich verbessern kann: Klinische Studien haben gezeigt, dass die Spezifität, also die Rate „richtig-negativer“ Ergebnisse, zweieinhalb mal so hoch ist wie die des freien PSA. Dazu wurden Männer über 50 Jahren mit einem unverdächtigen Tastbefund und PSA-Ergebnissen im Bereich von 2 bis 10 ng/ml mittels Gewebeentnahme auf das Vorhandensein von Prostatakrebs untersucht.1 Als Maß für die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Biopsie ein Prostatakarzinom nachgewiesen wird, wurde bei den Probanden der so genannte phi-Index bestimmt, der sich aus dem gesamt-PSA, freien PSA und p2PSA (siehe Kasten) errechnet. Der phi-Index der Männer, die tatsächlich an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, war signifikant höher als bei Männern, deren Prostata tumorfrei war.
„Das neue Testverfahren ermöglicht uns, im individuellen Fall eine genauere Aussage über die Wahrscheinlichkeit zu machen, ob ein Prostatakarzinom vorliegt oder nicht“ so Neubauer. Dies helfe die Zahl unnötiger Biopsien zu reduzieren und kann damit einer Vielzahl von Patienten einen Eingriff ersparen. Denn bislang ergibt sich mit der herkömmlichen PSA-Testung eine hohe Rate falsch-positiver Ergebnisse: So zeigt sich bei annährend 74 Prozent der Männer mit einem PSA- Wert von 2,0 bis 4,0 ng/ml in einer Biopsie kein Hinweis auf Prostatakrebs.2 Literatur: 1Mikolajczyk, S. D., Marker, K. M., Millar, L. S. et al. A truncated precursor form of prostate-specific antigen is a more specific serum marker of prostate cancer. Cancer Res 2001; 61: 695 2Naughton, C.K., Miller, D.C., Mager, D.E, Ornstein, D.K. Catalona W.J., A prospective randomized trial comparing 6 versus 12 prostate biopsy cores: Impact on cancer detection. J Urol 2000; 164: 388-392 PSA ist nicht gleich PSA
Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) liegt im Blut sowohl in freier (fPSA) als auch in gebundener Form (tPSA) vor. Im Labor kann mit Hilfe spezieller Nachweismethoden der Anteil des freien und gebundenen PSA getrennt voneinander gemessen werden. Die Bestimmung des Quotienten von freiem PSA und Gesamt-PSA liefert eine höhere klinische Spezifität als die alleinige Messung des Gesamt-PSA. So liegt bei einem fPSA/PSA-Quotienten kleiner 20 Prozent die Entdeckungsrate für ein PCA bei 65 Prozent, während bei alleiniger Bewertung des Gesamt-PSA nur eine Detektionsrate von 40 Prozent zu erwarten ist. Auch das freie PSA besteht wiederum aus verschiedenen Komponenten. Eine davon, das [-2]proPSA (kurz: p2PSA) weist die höchste Empfindlichkeit gegenüber Prostatakrebs auf. Der Prostate Health Index (phi) ergibt sich dann aus der Kombination der Ergebnisse von PSA-Gesamt, freiem PSA und dem neuen p2PSA. |