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Praxis und Abteilung für Urologie
Klinik am Ring
Hohenstaufenring 28
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Rezidivfreies Überleben nach Seed-Implantation

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Dosimetrische Qualität entscheidend für das Outcome

STUTTGART - 25. September 2008 - Dank verbesserter Diagnosemöglichkeiten zur Früherkennung werden mehr als 70 Prozent aller diagnostizierten Prostatakarzinome in einem organbegrenzten und somit potentiell heilbaren Stadium entdeckt. Die Therapiemöglichkeiten beim lokal begrenzten Prostatakarzinom sind in den letzten Jahren entscheidend erweitert worden. So hat sich die permanente Seed-Implantation dank geringerer Nebenwirkungen bei gleichen Heilungsraten neben der radikalen Prostatektomie und der externen Radiatio als Standardverfahren etabliert und in den letzten 10 Jahren eine zunehmend breite Anwendung erfahren. „Wesentliche Entwicklungen bei der Dosisplanung und moderne Implantationstechniken haben zu einer Verbesserung der Dosisparameter und Genauigkeit des Verfahrens geführt“, erklärte Dr. Stephan Neubauer, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum anlässlich der 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Stuttgart.

In einer aktuellen Studie des Westdeutschen Prostatazentrums (WPZ) in der KLINIK am RING in Köln wurde jetzt erstmals an einem großen Patientenkollektiv prospektiv erhoben, welche Faktoren für das Outcome nach permanenter Seed-Implantation ausschlaggebend sind. Dazu untersuchten Neubauer und seine Kollegen insgesamt 651 Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom, die zwischen Dezember 2000 und Dezember 2004 eine perineale Seed-Implantation als Monotherapie erhielten. Davon wiesen 77% ein Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko und 23 Prozent ein PCA mit mittlerem Risiko auf, nur zwei Patienten gehörten der Hochrisikogruppe an.

Intraoperative Dosisplanung bestimmt Qualität

„Das Outcome der Patienten nach permanenter Seed-Implantation ist insgesamt exzellent“, fasst Neubauer die Studienergebnisse zusammen. So betrug das PSA-rezidivfreie Überleben nach einem mittleren Follow-up von fünf Jahren für Patienten mit einem niedrigen Risiko 97,5 Prozent, für Patienten mit einem mittleren Risiko 94 Prozent. Hierbei zeigte sich eine Korrelation zu PSA-Wert, Tumorstadium, Gleason-Score und dosimetrischer Qualität. Wie eine Subanalyse der Gruppe mit niedrigem Risiko ergab, erhöht ein PSA-Nadir unter 0,5 ng/ml die Wahrscheinlichkeit eines langfristigen PSA-rezidivfreien Überlebens (PSA<0,5ng/ml 98,2% vs. PSA>0,5ng/ml 87,6%). Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass auch die Qualität der Do-sisparameter einen erheblichen Einfluss auf die Tumorkontrolle hat. „Patienten, bei denen 90 Prozent des Prostatavolumens eine Strahlendosis über 170 Gy erhielten, hatten das beste Outcome. So betrug bei Patienten ohne PSA-Rezidiv die durchschnittliche D90-Prostata 175.9 Gy gegenüber 167, 8 Gy bei Patienten mit PSA-Rezidiv. „Die D90-Prostata > 170 Gy, als Merkmal der dosimetrischen Qualität, ist der stärkste prognostische Faktor, um biochemische Rezidivfreiheit vorherzusagen“, betont der Kölner Urologe.

Modernste Computertechnik

Mit Hilfe einer dynamischen Dosimetrie, der realtime-modifizierten intraoperativen Dosisplanung, berechnet das System während der Implantation der Seeds die Dosisverteilung und gestattet dem Arzt dadurch, während des Eingriffs Korrekturen vorzunehmen. „Damit sind wir in der Lage, die Dosis für das Zielorgan zu optimieren und gleichzeitig die Nachbarorgane Blase, Harnleiter und Rektum maximal zu schonen. Dies erleichtert eine optimale therapeutische Ration zwischen Prostata und Risikoorganen.“

„Mit unserer Studie konnten wir zeigen, dass die permanente Seed-Implantation eine hoch effektive Behandlungsoption bei lokalisiertem Prostatakarzinom niedriger und mittlerer Risikogruppe darstellt,“ resümiert Neubauer. Dabei hat die Qualität der verabreichten Strahlendosis einen hohen prognostischen Stellenwert für das rezidivfreie Überleben der Patienten. Neubauers Fazit: Neben der Erfahrung des behandelnden Ärzteteams spielt auch der Einsatz modernste Computertechnik für das Outcome der Patienten eine wesentliche Rolle.

1Rezidivfreies Überleben und dosimetrische Ergebnisse von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakar-zinom nach interstitieller 125-Iod-LDR-Brachytherapie
Neubauer S1,2, Derakhshani P1,2, , Weise C1,3, Spira G1,3